Wie werde ich zum Silberrücken? – über Dominanz im Unterricht

HerrKammer, wenn er vor der Klasse steht? jjfgg / Pixabay
HerrKammer, wenn er vor der Klasse steht?
jjfgg / Pixabay

Blende auf:    Herr Kammer betritt den Klassenraum einer 11ten Stufe. 4 Schüler prügeln sich, einer tanzt auf dem Tisch, mehrere hören laut Musik (besser: etwas, von dem sie denken, es wäre Musik…). Schnitt. HerrKammer packt seine Sachen aus, stellt sch vor die Klasse. Zwei Schüler grölen laut in seine Richtung und versuchen vermutlich, einen Witz auf seine Kosten zu machen. Alle anderen Schüler machen einfach weiter.  Blende zu.

Was jetzt? Als Kuschelpädagoge so lange den Leisefuchs zeigen, bis alle brav auf ihren Plätzen sitzen? Die Kinder in ihrer wertvollen Entdeckung freiheitlicher Individualität einschränken? Sich selbst die Schuld geben, dass man nichts anderes studiert hat? 

 

 

Kinder brauchen Grenzen – Klassen brauchen Führung!

Kinder brauchen Führung. Eine Schulklasse ohne ordnende und kontrollierende Instanz (für gewöhnlich der Lehrer- im besten Fall die Schüler selbst!) ist zum Chaos verdammt. Wir Lehrer sind somit in der Pflicht, kontrollierend und dominierend in das soziale Geschehen des Unterrichts einzugreifen.

Und mehr noch: Im Rausch der pubertären Hormone schreien Kinder oft danach, Grenzen gesetzt zu bekommen. Sie wollen sich ausloten, ihre Grenzen erfahren. Und das setzt voraus, dass der Lehrer (wie überhaupt jeder an Erziehung Beteiligte) diese Grenzen aufweist.

Es zeigt sich immer wieder, dass nicht die kuschelig weiche pädagogische Nachsicht den Kindern hilft – sondern, dass Kinder sich (im Moment hormoneller Klarheit) durchaus Klarheit, Kontrolle und Grenzen ersehnen! Wie sonst sollen sie auch Orientierung finden, wenn heute A und morgen B gilt?

Prof.‘ Tschöpe-Scheffler benennt diesen Punkt in ihren Ausführungen zu 5 Säulen guter Erziehung treffend mit Struktur und Verbindlichkeit. Für diese MUSS der Lehrer einstehen.

 

Wie gebe ich Struktur und Verbindlichkeit?

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich bin (Gott bewahre!) im Klassenraum weder Autokrat noch schreie ich die ganze Zeit herum. Aber:

Im Klassengeschehen muss immer klar sein, wer das Sagen hat!

Das werden Schüler zeitlebens testen – und das ist normal. Deswegen sollten wir wissen, wie wir damit umgehen:

 

Meine Tipps:

Transparenz: Lege zu Anfang des Schuljahres genau fest, welche Regeln gelten. Eine erklärende Begründung kann auch nicht schaden.

Konsequenz: Fordere die Einhaltung ein. Auch wenn es schwer fällt.

Dominanz: Fordern Schüler dich heraus, zeige, dass DU ALLEIN das Sagen in diesem Raum hast. Körpersprache, Stimme, Wortwahl dürfen hieran keinen Zweifel geben.

Konfrontation: Fordert ein Schüler immer wieder die Machtstellung innerhalb der Klasse, konfrontiere ihn regelmäßig. Falls ein Schüler regelmäßig die verbale Vorherrschaft vor dem Lehrer hat, setzt dies falsche Signale in die Klasse!

 

Falls der Lehrer dies durchhält, wird allen Beteiligten deutlich:  Der Unterricht dient dem Lernen und nicht der Profilierung einzelner Schüler. Dafür stehen wir Lehrer ein.

 

 

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