Die Welt in deinen Händen! – Makromethode: Globalsimulation

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Wie unglaublich einfach ist Sprachenlernen im Ausland!

Im Umgang mit den Menschen dort lernt sich die Fremdsprache gewissermaßen wie von selbst. Schade nur, dass viele Schüler sich einen Auslandsaufenthalt einfach nicht leisten können…Es gibt aber eine Methode, das Ausland in euren Klassenraum zu bringen!

Ich habe es probiert und mit meinen Schülern im Fach Französisch eine Globalsimulation unternommen.


Was das ist, eine Globalsimulation? Das hab ich auch erst nach ein paar Durchgängen richtig verstanden…

Kurz gefasst:    Alle Schüler einer Lerngruppe simulieren unter Anleitung des Lehrers eine fiktive, selbst erschaffte Welt. Diese sollte im Fremdsprachenunterricht sinnvollerweise in der Zielsprache liegen.

Aus didaktischer Perspektive bietet diese Makromethode viele Chancen:   Zum einen motiviert es die Schüler immens, sich diesem unbekannten Unterrichtskonzept auszusetzen. Hinzu kommt, dass sie aufgrund des konstruktivistisch orientierten Settings stets selbst Kontrolle über die Geschichte haben und aktiv mitbestimmen können (Welches Lehrbuch bietet so etwas?!!einself!) Fokus der sprachlichen Arbeit liegt auf der Produktion, vornehmlich mündlich, jedoch auch in großem Maße schriftlich.

 

Konkret hieß dies bei uns:

Meine Klasse begab sich auf eine Kreuzfahrt in die Karibik. Aufgrund eines Unfalls erreichten wir jedoch nie den Zielort, sondern sind auf einer einsamen Insel gestrandet. Dort müssen wir gemeinsam ein neues Leben aufbauen.

 

Etappe 1: Erschaffe dich selbst!

Die Globalsimulation begann mit der Registrierung auf unserem Kreuzfahrtschiff. Der Reiseführer (ego – aka: Jacques Levert) begrüßte alle Gäste und bat sie, sich in einem Reiseformular zu registieren.

Die Schüler erfinden ihren eigenen Charakter – hierzu halte ich mehrere Infoblätter zum Bereich Charakterbeschreibung und Äußeres Erscheinungsbild bereit.

Nach einer kleinen Runde smalltalk (eine Übung zur Inversionsfrage!) sind wir jedoch gestrandet – und mussten alles neu bauen.

 

Etappe 2: Erschaffe deine Welt!

Zunächst stand es an, unsere Welt zu erkunden. Gruppenweise begaben wir uns auf Entdeckungstour.

Mit Wörterbüchern bewaffnet zeichneten die SuS in Kleingruppen Skizzen der Insel. Am Ende der Stunde wurden alle Pläne vorgestellt – und einer abstimmend ausgewählt.

Anschließend wurde der Insel und den Bewohnern ein Name gegeben (Vgl. KARAMBOLAGE zu Bezeichnungen von Bewohnern).

Was jetzt geschieht hängt stakr von den Schülern ab. Bei uns war es:

  • Flora und Fauna erkunden
  • Speed-Dating und Romanzen
  • Eine Hochzeit arrangieren
  • Eine politische Partei gründen
  • Eine große Gefahr! (Ureinwohner aus dem Vulkan greifen an!)
  • Was können wir essen?!
  • etcetcetc…

Ihr seht: Die einzige Grenze ist hier die eigene Kreativität!

 

Etappe 3: Abschied

Am Ende der Unterrichtsreihe heißt es, auswiedersehen zu sagen. In der Regel lasse ich die Klasse nach einer Debattierrunde darüber abstimmen, ob wir auf der Insel verbleiben, oder uns einem anderen Kreuzfahrtschiff anschließen.

Die meisten Bewohner stimmen in der Regel fürs Bleiben 😛


Hinweise:

  • Spielerei und Kinderkram – das ist doch kein Unterricht.

Oh nein. Das ist sehr wohl Unterricht, undzwar in seiner besten Form! Schülergesteuert, hochgradig intrinsisch motiviert und mit sehr hohem Fremdsprachenanteil. Es ist (fast) so wie im Ausland: Totale Immersion

  • Wenn ich das mache, komme ich mit meinem Stoff nicht durch.

Völlig unbegründet, denn: Im Rahmen dieser Methode könnt ihr alle regulären Inhalte ebenso durcharbeiten! Darüber hinaus hat es sich bei mir als günstig erwiesen, eine weitere „regüläre“ Französischstunde in der Woche beizubehalten – so konnten wir noch einige Trockene Dinge aus dem Buch behandeln, ohne die gute Atmosphäre auf der Insel zu zerstören.

  • Klingt nach viel Arbeit.

Jo. Ist es auch. Aber es macht allen Beteiligten einen riesen Spaß

Alles in allem ist ein solcher Ausflug immer eine lohnenswerte Abwechslung vom Schulalltag, die den Schülern lang in Erinnerung bleibt!

Traut euch und probiert es einmal. Bei Fragen (z.B, zu Arbeitsblättern o.Ä.) könnt ihr mir gerne schreiben!

 

Hier noch ein paar Links zur Orientierung!

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