Friss Kreide, baby – Die Tafel als Dauerbrenner

Nichts ist langweiliger als eine Unterrichtsstunde, in der der Lehrer 45 Minuten monologisiert. Nicht nur für den Schüler, sondern auch für den Lehrer!

Ein Wechsel des Mediums (ja, liebe Kollegen, auch wir sind nur Medien – Vermittler zwischen Zielgruppe und Inhalt) hat meist einen beachtlichen Motivationsanstieg bei allen Beteiligten zufolge. Doch nicht nur das! Eine geschickte Medienwahl vereinfacht Lern-, aber auch Lehrprozesse erheblich und entlastet uns somit bei unserer Arbeit.

Für die Eiligen: Ein Kurzvergleich aller verfügbaren Medien

Im Folgenden findet ihr meine Erfahrungen mit dem guten alten Klassiker: Die Tafel.

Weitere Medien folgen in Kürze.

 

Totgesagte leben länger!

Schon seit Jahren totgesagt fristet die gute alte Tafel ein unterschätztes Dasein im Klassenraum. Dabei hat sie mehr Vorteile, als man erahnt:

  • Die Tafel ist das Steinzeitmedium in der Schule. Aber das heisst auch: Egal ob Stromausfall, Erdbeben oder kollegiumsweite Filmsession kurz vor den Sommerferien: Die Tafel ist treu und fällt nicht aus. Nie … Jamais … Never …
  • Geschicht arrangiert bietet sie „Überraschungseffekte“ beim Auf- oder Zuklappen.
  • Bei genug Kreidevorrat können mehrere Schüler gleichzeitig schreiben – potentiell bietet sie Raum für Ideen einer ganzen Klasse!

Contra:

  • Tafelbilder lassen sich kaum vernünftig aufbewahren.
  • Tafelbilder sind starr und nur schwerlich interaktiv.
  • Man dreht der Klasse beim Schreiben den Rücken zu.
  • Man muss sich eine Tafel-Handschrift angewöhnen…

 

Wieso also überhaupt die Tafel nutzen? Wie kann man sie methodisch sinnvoll in den Unterricht einbinden? Hier ein paar Szenarien aus der Praxis:

  1. Sicherung

Der Lehrer notiert Inhalte. Irgendwie offensichtlich…

Falls man dies etwas aufpeppen möchte bietet es sich an, besser ein oder zwei (gute!) Schüler mit passabler Handschrift schreiben zu lassen. Hierdurch kann man sich als Lehrer besser auf das Unterrichtsgeschehen konzentrieren.

2. Schüleraktivierung

Die Schüler notieren Inhalte. Yeey – Schüleraktivierung! Besonders interessant, wenn mehrere oder gar alle Schüler etwas notieren dürfen. Möglich wären Stichworte zum Einstieg (und warum nicht auch zur Sicherung?) oder ein Stimmungsbarometer (Skala auf der Tafel – jeder Schüler schätzt sich mit einem Kreuz ein). Auf diese Weise ist es möglich, auch die stillen und zurückgezogenen Schüler mit einzubinden!

3. Drama – Die Tafel als Bühne!

Durch geschicktes Auf- und Zuklappen lassen sich interessante Effekte gestalten. Denkbar wären etwa halb aufgeschriebene Worte oder Skizzen, die ergänzt werden und erst später aufgedeckt werden können –  Lösungen zu auf  der Tafel notierten Aufgaben – die Antwort zur Leitfrage am Stundenende, die man zum Showdown schon notiert hat… etc…

Ebenso kann man die Tafel nutzen, um Schülerlösungen auf Papierzetteln zu sammeln.

Ich habe sogar zeitweise schon OHP-Folien über die Tafel gelegt, sodass man quasi mit Kreide in Fotos schreiben kann.

Wenn man etwas künstlerisch begabt ist, kann man für kurze Schülervorträge (etwa Dialoge im Fremdsprachenunterricht) eine kleine Bühne zeichnen.

Alles in allem bietet die Tafel also deutlich mehr, als nur die bloße Sicherung von Inhalten.

Und ihr? Fällt euch noch etwas ein? Wie nutzt ihr die Tafel? Nutzt die Kommentarfunktion. Ich freu mich auf interessante Infos! 🙂

 

 

Meine Erfahrungen aus der Praxis:

  • Lass die Hyperkinetischen zu Anfang der Stunde die Tafel wischen, dass hast du freie Bahn zum Schreiben und etwas mehr Ruhe.
  • Wasch dir regelmäßig die Hände – Kreide trocknet die Haut aus und hinterlässt fiese Spuren auf der Kleidung.
  • Die Tafel ist als schnelles „Sammelmedium“ für die ganze Klasse optimal –  Schüler können gleichzeitig schnell ihre Inhalte beitragen (siehe: Stimmungsbarometer)
  • Manche Tafeln sehen magnetisch aus – sind es aber nicht. Vorsicht bei Unterrichtsbesuchen, wenn dies nicht gecheckt wurde!
  • Mit bunter Kreide kann man Zusammenhänge deutlicher hervorheben.

 

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